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Nähe

5. Juni 2020, Newsletter 10/2020

Guten Tag!

Wie nah darf ein Fremder ihnen kommen, dass es Ihnen noch angenehm ist? Es gibt Wissenschaftler, die sich mit solchen Fragen beschäftigen. Sie haben herausgefunden, dass für uns hier in Deutschland diese Grenze in einem Radius von ungefähr 45cm um uns herum verläuft. Das ist eine kulturelle Sache – wären wir südlicher in Europa geboren, dürften uns Fremde näherkommen, bis wir es unangenehm empfänden. Wären wir nördlicher in Europa geboren, hätten wir ein Bedürfnis nach noch größerer Distanz.

Nun leben wir aktuell alle während einer globalen Pandemie. Die neue angemessene Distanz in Deutschland sind nicht mehr 45 cm sondern per Gesetz 1,5 m. Das ist mehr als dreimal so viel Abstand als wir intuitiv suchen würden. Wir spüren den Unterschied.

Ob nun 45cm oder 1,5m – es gibt nicht viele Menschen, die unsere unsichtbare Grenze überschreiten dürfen. Partner, Kinder, enge Freunde vielleicht. Und es gibt Personengruppen, bei denen gibt es fast niemanden, der diese Grenze überschreitet. Das sind nicht nur Obdachlose oder Kranke. Viele Singles haben tagelang keinen nahen Kontakt. Vielen alten, verwitweten Menschen geht es genauso. In den letzten Monaten erst recht. Wenig Berührungen.

Das ist keine Banalität. Wenn Kinder und vor allem Neugeborene über einige Zeit nicht zärtlich berührt werden, ist das nachweislich lebensgefährlich für sie. Die Infektionsanfälligkeit steigt, Babys werden appetitlos und ihr Gehirn kann sich nicht richtig entwickeln. Es gibt unzählige Studien dazu, wie gesund zärtliche Berührungen auch für Erwachsene sind, wie sie nachweislich gut sind gegen Stress und Bluthochdruck, gut für das Immunsystem und die psychische Gesundheit und vieles mehr.

Und trotzdem muss doch so einiges passen, dass uns eine Berührung angenehm ist. Die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Ich frage mich - wie ist das für uns mit Gott? Wenn wir mal ganz ehrlich sind, nicht zu schnell antworten und uns dann die Frage stellen: Darf er uns berühren? Unsere Grenzen berühren oder sogar überschreiten? Rechnen wir überhaupt damit, dass das geschehen könnte? Dass er uns ansieht, seine Hand ausstreckt und uns zärtlich berührt? Dass er selbst berührt ist von unserem Schicksal, von unserer Freude und unserem Schmerz?
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Vielleicht kennen sie die Erzählung vom Aussätzigen aus dem Markusevangelium (Kapitel 1,40-45). Der Aussätzige rechnete schon lange nicht mehr damit, dass ihm jemand nahekommen könnte. Und dann hat eine Berührung von Jesus sein Leben gerettet. Nicht er hat Jesus angesteckt mit seiner Krankheit, seinem Unglück, seiner Verlorenheit. Jesus hat ihn angesteckt – mit Reinheit, und mit der Möglichkeit, den Menschen und Gott wieder nahe zu sein.

Es gibt gute Gründe, warum es gerade weniger Berührungen und mehr Distanz unter uns gibt. Es gibt aber auch gute Gründe, warum uns das fehlt und krank macht und nicht auf Dauer so bleiben darf. Ich bin davon überzeugt: Unsere Sehnsucht nach Nähe und Berührung, danach wahrgenommen zu werden und Zärtlichkeit zu erfahren, meint nicht nur unsere Mitmenschen. In der Tiefe zielt diese Sehnsucht auch auf Gott.
Und da ist eine Ahnung in uns, die leise raunt: Gott nahe zu sein ist Glück.

Wir grüßen Sie herzlich!

Ihre Pfarrerin Mirjam Wolfsberger und Pfarrer Hanns Wolfsberger
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Neuigkeiten aus der Kirchengemeinde
  • Das Pfarramt ist wieder für Sie geöffnet! Bitte achten Sie darauf, Abstand zu halten. Wir empfehlen außerdem, einen Mundschutz zu tragen. Die Öffnungszeiten des Pfarramts in den nächsten Tagen: 8. Juni 9-12 Uhr, 9. Juni 9-12 Uhr und 13-16 Uhr, 10. Juni 9-12 Uhr. Wenn Sie ein Anliegen haben, melden Sie sich gerne vorher an!
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Digitale Kirche
  • Die Landesstelle der Psychologischen Beratungsstellen in der Ev. Landeskirche in Württemberg bietet Videos an, die sich mit Gefühlen und mit Beziehungen beschäftigen – vor allem unter Coronakrisenbedingungen. Es geht um Themen wie Nähe und Distanz, Umgang mit Angst, Wut oder Stress, die ganz lebensnah besprochen werden. Empfehlung! Sie finden die Videos HIER.
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Bastelideen aus dem Emil-Kübler-Kinderhaus

Liebe Eltern,
zurzeit fühlt man sich häufig wie in einem schlechten Traum. Bei allen Verordnungen und Einschränkungen, die von heute auf morgen unseren Alltag verändert haben, wünscht man sich oft einfach das "alte" Leben und die Normalität, wie man sie kannte, zurück. Um dies zu erreichen hilft natürlich keine Bastelidee, aber die Idee für diese Woche möchte Ihnen und Ihrem Kind/Ihren Kindern in der Nacht zu guten und schönen Träumen frei von möglichen Sorgen und Ängsten rund um das Corona-Virus verhelfen. Dabei soll ein selbstgebastelter Traumfänger helfen! Wie eine Spinne ihre  Beute, soll der Traumfänger in seinem Netz die schlechten Träume festhalten. Die guten Träume schlüpfen an den Fäden vorbei und gleiten an den Federn hinab zum Schlafenden. Eine schöne und beruhigende Vorstellung!
In der Regel wird der Traumfänger direkt über dem Bett oder in der Mitte des Raumes aufgehängt. So einen Traumfänger kann man natürlich nicht nur als Kind gebrauchen, sondern auch als Erwachsener! Zudem stellt er auch ein schönes und persönliches Geschenk für die Liebsten dar.
Die Bastelanleitung finden Sie HIER.
Nun wünsche ich viel Spaß beim Basteln und schöne Träume!

Herzliche Grüße
Isabelle Beutenmüller, im Namen des Teams vom Evang. Emil-Kübler-Kinderhaus
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E-Mail: Pfarramt.Musberg@elkw.de
Web: www.musberg-evangelisch.de

Presserechtlich verantwortlich: Pfarrerin Mirjam Wolfsberger, Pfarrer Hanns Wolfsberger
Redaktion: Pfarrerin Mirjam Wolfsberger

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