Wie hält man einen Marathonlauf durch?

27. März 2020, Newsletter 2/2020

Guten Tag!

Immer öfter hört und liest man es in diesen Tagen: Die Corona-Krise, sie gleicht weniger einem Sprint und mehr einem Marathon. Selbst mit den extremen Maßnahmen und Einschränkungen, die gerade unseren Alltag bestimmen, lässt sich die Verbreitung des Virus nicht schnell beenden. Wir werden einen langen Atem brauchen, bis das Leben in Deutschland wieder seinen gewohnten Gang geht. Wir werden voraussichtlich noch einige Zeit Abstand voneinander halten müssen.

Da stellt sich die Frage: Wie hält man einen Marathon durch? Wie kann es gelingen, dass wir nicht unterwegs erschöpft liegenbleiben?

Profisportler sind sich einig. Natürlich muss man sich auf einen Marathon durch konsequentes Training vorbereiten. Aber der Trainingsstand ist nur die eine Hälfte des Erfolges. Mindestens genauso wichtig, um bis zur Ziellinien durchhalten zu können, ist die mentale Stärke. Optimismus, ein eiserner Wille, Glaube an sich selbst. Zusätzlich zur körperlichen Stärke braucht es vor allem innere Stärke, das weiß jeder Marthonläufer.

Unser Marathonlauf im Augenblick ist geprägt von sozialer Distanz, für manche vom Alleinsein und von Isolation. Von verlorenen Freiheiten. Er ist geprägt von einer großen Ungewissheit und von schlechten Nachrichten. Vielleicht ist Ihre Marathonstrecke darüber hinaus gesäumt von mehr Schwerem, das es zu tragen gilt.

Was kann uns da helfen, innerlich stark zu bleiben? Was gibt uns die Kraft, diesen Lauf gut zu absolvieren?

In seinem 2. Brief an die Gemeinde in Korinth schreibt Paulus davon, wie er innere Stärke in einer Krisenzeit finden konnte. Er machte eine tiefe Erfahrung: die Kraft, die er brauchte, kam nicht von ihm selbst. Er beschreibt, wie Christus ihn an seinem Tiefpunkt, als Paulus sich besonders schwach fühlt, anspricht und ihm zusagt:

„Meine Gnade genügt. Denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“

Diese Erfahrung ist nicht Paulus allein vorbehalten. Der Zuspruch gilt auch für uns. Gottes Gnade genügt. Dass er an unserer Seite steht, das genügt. Es wird genug sein, um diese Krisenzeit gut zu überstehen. Zu dieser Gnade Gottes, zu seiner Solidarität und Nähe zu uns, können wir nichts hinzufügen. Aber es tut uns gut und stärkt uns, uns seiner Gnade täglich bewusst zu werden. Es verändert uns und unsere Tage, wenn wir seine Gegenwart täglich ein- und ausatmen.

Dieses Bewusstwerden der Gegenwart Gottes über den Tag hinweg ist für viele Christ*innen aller Konfessionen verbunden mit einer jahrhundertealten Tradition. Es ist die Tradition der Tagzeitengebete.

Auch in Musberg läuten die Glocken der Dreifaltigkeitskirche nach wie vor jeden Tag und laden uns ein, den Tag zu unterbrechen, um zu beten. Ich möchte Sie ermutigen: Achten Sie in den nächsten Tagen auf den Schlag der Glocken! Lassen Sie sich von ihnen einladen zum Gebet. Sie finden HIER einen Vorschlag, wie diese Gebete über den Tag verteilt aussehen können. Auch ohne die Gelegenheit gemeinsam Gottesdienst zu feiern, bleiben wir so durch das Gebet zur gleichen Zeit verbunden.

Bleiben Sie Gott befohlen!

Herzlich,
Pfarrerin Mirjam Wolfsberger und Pfarrer Hanns Wolfsberger
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Neuigkeiten aus der Kirchengemeinde und aus der Landeskirche

  • Der erste Videogottesdienst der Kirchengemeinde ist seit 22. März online! Sie können ihn HIER noch einmal ansehen. Das nächste Gottesdienstvideo erscheint am Sonntag, 29. März. Sie finden es HIER und auf unserer Homepage musberg-evangelisch.de
  • Dies ist nun unser 2. Newsletter. Diejenigen, die den ersten Newsletter nicht erhalten haben, können ihn HIER noch einmal nachlesen.
  • Nach heutigem Stand wird es bis zum 15. Juni keine herkömmlichen Gottesdienste geben können. Das bedeutet leider auch, dass die Ostergottesdienste entfallen müssen. Die Konfirmationen werden auf nach den Sommerferien verschoben. Trauerfeiern finden im kleinen Kreis direkt am Grab statt.
  • Das Gemeindehaus und das Pfarrbüro bleiben zunächst bis zum 19. April geschlossen. Der Zeitraum wird verlängert, wenn die Schulen und Kitas über diesen Termin hinaus geschlossen bleiben.

Täglicher ökumenischer Ruf zum Gebet

Landesweit läuten derzeit evangelische und katholische Kirchen um 19.30h und rufen zum gemeinsamen Gebet. Dazu schreibt unser Landesbischof: „Die Glocken sollen uns daran erinnern, dass wir unser Leben auch in diesen Krisentagen mit dem großen Horizont der Gegenwart Gottes sehen. Die Glocken rufen uns zur Andacht und Fürbitte. Wir denken an die kranken Menschen und alle, die im medizinisch-pflegerischen Bereich, im öffentlichen Dienst, in den Familien und Nachbarschaften für Unterstützung und Hilfe sorgen.“

Wer bei der ökumenischen Aktion mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen, um 19.30h eine Kerze anzuzünden und ins Fenster zu stellen. Einen Vorschlag für eine kleine Liturgie finden Sie HIER.

Digitale Kirche

  • TV-Reihe: Du bist nicht allein: Die Evangelische Landeskirche in Württemberg hat das Evangelische Medienhaus beauftragt, gemeinsam mit dem Fernsehsender Regio TV eine bis Ostern konzipierte Gottesdienst-Reihe unter dem Motto „Du bist nicht allein“ zu produzieren. Die nächste Ausstrahlung über Regio TV erfolgt am kommenden Samstag 28.03. und Sonntag 29.03. jeweils um 11:00 Uhr, diesmal mit Prälat Dr. Christian Rose in der Reutlinger Marienkirche. Nach der jeweiligen Ausstrahlung über TV finden Sie die ganze Reihe auch bei kirchenfernsehen.de und HIER.
  • Für Kinder und Jugendliche veröffentlicht das Evangelische Jugendwerk in Württemberg täglich um 10 Uhr eine Idee für die Freizeitgestaltung zu Hause und einen geistlichen Impuls unter: www.zuhauseumzehn.de

Bastelideen aus dem Emil-Kübler Kinderhaus

Liebe Eltern,
heute möchte ich Ihnen von einer Aktion berichten, die sich gerade über die sozialen Medien verbreitet. Vielleicht haben Sie ja auch schon von dieser Aktion gehört! Dabei malen oder basteln Kinder Regenbögen und hängen diese ans Fenster, als Zeichen für „Wir bleiben zuhause“.
Kinder auf der ganzen Welt beteiligen sich bereits an dieser Aktion, die zeigen soll, dass man als Kind nicht alleine ist, sondern es noch viele andere Kinder in der gleichen Situation gibt. Und je mehr Kinder sich an dieser Aktion beteiligen, desto bunter wird die Welt!

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, klicken Sie bitte HIER. Direkt zur Bastelidee geht es HIER.

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund!
Isabelle Beutenmüller, im Namen des Teams vom Evang. Emil-Kübler-Kinderhaus

Nicht abgesagt...

…Menschen anrufen, die man gerne hat.
...ein neues Rezept ausprobieren.
…mit Youtube ein neues Lied lernen.
…Kinderlachen.
…Glockenläuten.
...Gottesdienst im Wohnzimmer feiern.

…und bei Ihnen?
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Wofür ich (dennoch!) dankbar bin...

…für so viel Kreativität in dieser Krise.
…für so viele Menschen, die gerne helfen.
…für Vogelbabies in unserem Vogelhäuschen.
…für die Erfahrung, das Gott uns täglich hält.

...und Sie? Schreiben Sie uns gerne, wofür Sie dankbar sind in diesen Tagen!
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Evangelische Kirchengemeinde Musberg,
Kirchplatz 3, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Telefon: 0711 7542728
E-Mail: Pfarramt.Musberg@elkw.de
Web: www.musberg-evangelisch.de

Presserechtlich verantwortlich: Pfarrerin Mirjam Wolfsberger, Pfarrer Hanns Wolfsberger
Redaktion: Pfarrerin Mirjam Wolfsberger

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